Für Schülerinnen und Schüler, die das Fach Französisch mögen, gibt es in Bezug auf die Auswahl eines Studienganges seit 1997 ein besonderes Angebot: ein Studium über die Deutsch-Französische Hochschule (DFH/UFA). Bei der DFH handelt es sich dabei nicht um eine einzelne Universität, sondern um ein Netzwerk von mehr als 200 deutschen und französischen Hochschuleinrichtungen, die bi- und trinationale Studiengänge in zahlreichen Fachbereichen anbieten. Auch die Universität Regensburg ist in diesem Netzwerk vertreten.

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Um den Schülerinnen und Schülern der Oberstufe/Abschlussklassen in Deutschland und Frankreich dieses besondere Angebot näher zu bringen, veranstaltete Libingua in Kooperation mit der DFH eine digitale Informationsveranstaltung am Nachmittag des 31.05.2021. Das Werner-von-Siemens-Gymnasium nahm hierbei mit interessierten AbiBac-Schülerinnen der Q11 teil. Zu Beginn wurden in einem allgemeinen Teil die Funktionsweise sowie die Vorteile und Fördermöglichkeiten der DFH erläutert, ehe sich die Schülerinnen und Schüler über zwei Studiengänge genauer informieren konnten. Zur Auswahl standen dabei Bachelor- und Masterstudiengänge aus den Bereichen Elektro- und Informationstechnik, Maschinenbau, Lehramt für Gymnasien Deutsch und Französisch, Grundschullehramt, Jura, Politikwissenschaft, Kulturvermittlung und deutsch- und französische Literatur- und Kulturstudien, regionale und europäische Projektentwicklung sowie International Business. Die Schülerinnen und Schüler konnten sich bereits im Vorfeld für zwei Studiengänge entscheiden, zu welchen sie von DFH-Botschafterinnen und -Botschaftern, d.h. von jungen aktuellen Studierenden, in Breakout-Rooms direkt beraten wurden. Die Schülerinnen und Schüler erfuhren somit Details über die Bewerbungsmodalitäten für den jeweiligen Studiengang, den genauen Studienverlauf und mögliche Studienorte. Außerdem konnten sie Fragen stellen. Besonders der Kontakt mit aktuellen Studierenden machte den Austausch und die Informationsveranstaltung für viele Teilnehmer sehr gewinnbringend, sodass bei einigen Schülerinnen und Schülern die Lust auf einen Studiengang bei der DFH geweckt wurde.


StRin Michaela Bodensteiner

Filmreif zum Erfolg: WvSG gewinnt dritten Platz

FilmAufgrund der aktuellen Corona-Pandemie können aktuell zahlreiche kulturelle Veranstaltungen nicht wie gewohnt stattfinden. Aus diesemGrund wurde das jährliche französische Filmfestival Tübingen vom 28.10. bis 04.11.2020 online veranstaltet. In diesem Zusammenhang wurde zudem zur Teilnahme an einem virtuellem Corona-Kurzfilmwettbewerb aufgerufen. Dabei sollten alle Teilnehmer*innen berühmte Filmszenen oder Werbeclips erneut drehen und Corona gerecht darstellen. Nicht nur notwendige Gegenstände zum Schutz vor Corona wie Masken und Desinfektionsmittel, sondern auch eine Corona gerechte inhaltliche Uminterpretation der dargestellten Szene waren dabei wünschenswert. Die Schüler*innen der Klasse 10abcd AbiBac zeigten sich dabei sehr kreativ und setzten in Kleingruppen unterschiedliche Szenen und Filmausschnitte neu um. So wurden der Trailer des Films „Qu’est-ce qu’on a fait au Bon Dieu ? », Ausschnitte des Films « Comme des garçons », Teile des Wahlkampfduells Biden- Trump und ein Dr.-Oetker-Werbespot in französischer Sprache unter Leitung von StR Bernhard Zilker und StRin Michaela Bodensteiner neu interpretiert. Letztere Gruppe gewann einen hervorragenden dritten Platz und erhielt Gutscheine für die ganze Klasse für das Regina Kino in Regensburg. Félicitations!

StRin Michaela Bodensteiner

 

Im Rahmen eines fächerübergreifenden Unterrichtsprojekts beschäftigen sich die AbiBac-Schülerinnen und -Schüler sowie die Französischschülerinnen und -schüler der zehnten Klassen mit ihren Lehrerinnen OStRin Hildegard Spreider und OStRin Katja Kopp (Französisch) sowie StRin Michaela Bodensteiner (Geschichte/Sozialkunde, AbiBac) mit dem Film „Le fils de l’Autre“ (2012, von Lorraine Lévy, dt. Der Sohn der Anderen). Der AbiBac-Kollege StR Franz Fischer am Dalberg-Gymnasium in Aschaffenburg wirkte ebenfalls maßgeblich an der Gestaltung des Filmdossiers mit, sodass die Arbeit mit diesem großartigen Film nicht nur fach-, sondern auch schulübergreifend erfolgte.
Der Film handelt von zwei Jugendlichen in Israel, die nach ihrer Geburt im Krankenhaus vertauscht wurden. Joseph ist in Tel Aviv aufgewachsen und ist gläubiger Jude. Yacine stammt hingegen aus einem palästinensischen Dorf im Westjordanland, lebt aber bei seiner Tante in Frankreich, wo er das französische Abitur macht. Durch einen Bluttest vor dem Wehrdienstantritt kommt ans Licht, dass Joseph nicht der leibliche Sohn seiner Eltern ist.Der Film zeigt die schwierige Annäherung der beiden Familien, die vor allem durch die Mütter und die beiden Söhne vorangetrieben wird. Die Väter hingegen kommen nur schwer mit der Situation zurecht. Letztendlich siegen die Vernunft und die Einsicht. Beide Familien respektieren sich trotz der tiefen Gräben aufgrund der jahrzehntelangen Feindschaft beider Bevölkerungsgruppen.
Der Film lebt vor allem durch die starken Charaktere seiner Hauptdarsteller, in die sich die etwa gleichaltrigen Schülerinnen und Schüler hineinversetzen können. Die zentralen Themen des Filmes sind somit nicht nur einerseits der Nahostkonflikt als politische, sondern auch die Frage nach der eigenen Identität als persönliche Dimension. Den Schülerinnen und Schülern wird somit durch den Film sowohl eine persönliche, menschliche Tragödie, als auch die besondere Situation zwischen Israelis und Palästinensern im Westjordanland vermittelt.

 

„Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“ (H. Hesse) … und doch ist aller Anfang auch schwer. Seit im Sommer 2019 der Startschuss für das neue Projekt AbiBac, das deutsch-französische Abitur am Werner-von-Siemens-Gymnasium fiel und mit StRin Michaela Bodensteiner eine neue Lehrkraft mit den Fächern Französisch, Geschichte und Sozialkunde an die Schule kam, wurde mit interessierten Schülerinnen und Schülern das Abenteuer AbiBac in der zehnten Jahrgangsstufe begonnen. Die intensive Arbeit in einer kleinen und motivierten Lerngruppen machte von Beginn an allen Freude, auch wenn der Vorbereitungsaufwand weit über dem Normalmaß lag. Umso mehr ist deshalb das außerordentliche Engagement des ersten AbiBac-Jahrgangs am Werner-von-Siemens hervorzuheben!


Zudem war es wichtig, dass es im vergangenen Schuljahr gelang, zunächst persönliche Kontakte zu den beiden anderen neu hinzugekommenen AbiBac-Gymnasien, dem Dalberg-Gymnasium in Aschaffenburg (https://www.dalberg-gymnasium.de/europa#abibac) und dem Dientzenhofer-Gymnasium in Bamberg (https://www.dg-info.de/franzoesisch/abibac/), zu knüpfen. Des Weiteren fand bereits im Schuljahr 2018/19 eine Informationsveranstaltung zum AbiBac-Zweig in Nürnberg statt. Darüber hinaus gibt es aufgrund der früheren Tätigkeit von StRin Michaela Bodensteiner einen Austausch mit dem Werner-Heisenberg-Gymnasium (https://whg-garching.de/de/men-n-die-schule/schulleben/854-je-raconte-mon-abibac-dein-ziel-abibac) in Garching, wo ebenfalls AbiBac unterrichtet wird. So konnte im Dezember eine ehemalige AbiBac-Schülerin aus Garching gewonnen werden, die sowohl dem aktuellen AbiBac-Jahrgang der zehnten Klasse als auch interessierten Schülerinnen und Schülern der neunten Jahrgangsstufe von ihren Erfahrungen im AbiBac-Zweig berichtete.

 

Im Dezember 2019 kamen zudem Lehrkräfte aus allen neun bayerischen AbiBac-Schulen zu einer mehrtägigen Fortbildung an der Akademie für Lehrerbildung in Dillingen zusammen. Hierbei gab es Impulse für eine bessere Vernetzung und kollegiale Unterstützung, unter anderem mit Hilfe der Lernplattform Mebis. Zudem sollen sich auch innerhalb Bayerns fortan gemeinsame Projekte und Veranstaltungen für AbiBac-Schülerinnen und -Schüler im Rahmen des AbiBac entwickeln. Beispielsweise ist langfristig ein regelmäßiges Treffen mehrerer bayerischer AbiBac-Schulen geplant. Des Weiteren brachte StRin Michaela Bodensteiner als Referentin im Januar und Februar 2020 im Rahmen von weiteren Fortbildungen in Dillingen die Vorzüge des bilingualen Lehrens und Lernens einem breiteren Publikum aus bayerischen Französischlehrkräften näher, um somit als Stellvertreterin des Werner-von-Siemens zum Ausbau des bilingualen Sachfachunterrichts in Bayern beizutragen.

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Seit kurzem geht die Vernetzung auch über die bayerischen Landesgrenzen hinaus. Als AbiBac-Gymnasium ist das Werner-von-Siemens-Gymnasium fortan automatisch Mitglied von LIBINGUA (http://libingua.de/), einem Verein mit über 40 Jahren Tradition, der aus einer Arbeitsgemeinschaft, einer Elternvereinigung und einem Förderverein für Gymnasien mit zweisprachig deutsch-französischem Zug in ganz Deutschland besteht. In Zusammenarbeit mit dem französischen Réseau AbiBac veranstaltet LIBINGUA jedes Jahr eine dreitägige Fortbildung zum bilingualen Unterricht und AbiBac, auf der Ideen zum bilingualen Sachfachunterricht weiterentwickelt werden. Seit der diesjährigen Fortbildung in Münster (NRW) engagiert sich StRin Michaela Bodensteiner mit dem Aschaffenburger Kollegen StR Franz Fischer in der neu zusammengesetzten erweiterten Vorstandschaft für den Bereich „Kollegiale Vernetzung“.


Der Anfang ist also gemacht und die erforderlichen Strukturen geschaffen, um mit vereinten Kräften die Schüler auf ihren Weg zum AbiBac zu begleiten. Erfreulicherweise bereiten sich bereits im allerersten Jahrgang am Werner-von-Siemens-Gymnasium zehn motivierte und fleißige Schülerinnen und Schüler auf ein deutsch-französisches Abitur im Frühjahr 2022 vor. Besonders gespannt sind sie schon, welche französische Schule unsere AbiBac-Partnerschule wird, mit der eine Drittortbegegnung oder ein Austausch geplant ist. Zudem kann auch ab dem nächsten Schuljahr bereits in der neunten Jahrgangsstufe für interessierte Schülerinnen und Schüler der Geschichtsunterricht in bilingualer Form auf Französisch angeboten werden, was in Regensburg bis jetzt einmalig ist.

 

mauer aus kunst schueler

Im November 2019 jährt sich der Fall der Berliner Mauer bereits zum 30. Mal. Zudem feiert das Deutsch-Französische Jugendwerk (DFJW) „10 Jahre Juniorbotschafter“. Hierbei handelt es sich um junge Menschen im Alter von 18 bis 30 Jahren, die seit 2009 das DFJW auf regionaler Ebene vertreten sowie als Ansprechpartner vor Ort zuständig sind und Projekte mit Schulen, Institutionen und Vereinen in Deutschland und Frankreich organisieren. Grund genug für die Schülerinnen und Schüler der zehnten Jahrgangsstufe des neu am Werner-von-Siemens-Gymnasium eingeführten AbiBac-Zweiges am deutsch-französischen Malprojekt „Mauer aus Kunst/Mur d’art“ teilzunehmen. Die Schüler setzten sich zunächst unter der Leitung von StRin Michaela Bodensteiner mit dem Thema „Mauern“ im wörtlichen Sinn auseinander ehe über „Mauern in den Köpfen“ und Überwindung von Grenzen sowie Schaffung von Frieden diskutiert wurde. Anschließend stellte jeder der 13 AbiBac-Schüler seinen eigenen Vorschlag zur Überwindung von Mauern künstlerisch dar. Insgesamt sollten laut DFJW an diesem Projekt 500 Schülerinnen und Schüler aus ganz Frankreich und Deutschland teilnehmen. Die Kunstwerke der Schüler wurden anschließend nach Paris geschickt und dort als „Mauer aus Kunst“ anlässlich der Jubiläumsveranstaltung der DFJW-Juniorbotschafter am 31. Oktober 2019 ausgestellt. Das Projekt ist hierbei an das Kunst-und Umweltprojekt „20.000 Bilder – 20.000 Spenden“ des Berliner Künstlers Ulrich Thon angelehnt und soll später ähnlich wie bei seinem berühmten Vorbild für einen guten Zweck versteigert werden.

StRin Michaela Bodensteiner